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Sonderausstellung

Kampfzone St. Veit

Lebenswege in Republik, Ständestaat und Nationalsozialismus 1930 - 1945

Die Sonderausstellung „Kampfzone St. Veit“ beleuchtet die dramatische Epoche von 1930 bis 1945 im politischen Mikrokosmos einer Kärntner Bezirkshauptstadt – von der Wirtschaftskrise zum Niedergang der Demokratie über den autoritären Ständestaat bis hin zum Terror des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg.

Anhand der gegensätzlichen Lebenswege dreier zentraler Akteure macht das Museum St. Veit komplexe Zeitgeschichte lokal greifbar:

  • Joseph Buttinger: Der sozialdemokratische Vordenker, der in St. Veit bei den Kinderfreunden und als Bezirksparteisekretär wirkte, 1934 in den Untergrund ging und später im Exil Tausenden Verfolgten das Leben rettete.

  • Ludwig Hülgerth: Der populäre Offizier des Kärntner Abwehrkampfes, der als Landeshauptmann und Vizekanzler den Ständestaat autoritär durchsetzte, ehe er unter den Nationalsozialismus unter Hausarrest gestellt wurde.

  • Friedrich Rainer: Der St. Veiter Bürgersohn, der rasant als Jurist und politischer Stratege in der NSDAP aufstieg und als mächtiger Gauleiter Kriegsverbrechen im Alpen-Adria-Raum verantwortete.

Die Ausstellung blickt jedoch über diese drei Kontrahenten hinaus. Sie gedenkt auch lokalen Opfern des Nationalsozialismus und würdigt den mutigen Widerstand der St. Veiter Eisenbahner, die ihren Kampf für ein freies, demokratisches Land mit dem Leben bezahlten.

Mithilfe teils noch nie gezeigter Originaldokumente aus dem Stadtarchiv, Fotografien, Videoaufnahmen und Zeitzeugenberichten verdichtet sich die Ausstellung zu einem eindringlichen Panorama dieser dunklen Kapitel der Regionalgeschichte. Sie ist vom 1. April bis 31. Oktober 2026 im Sonderausstellungsraum des Museums zu sehen.


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